© RV Großheubach E. Wolf 2012
RV “All Heil” 1903 Großheubach
Wilkommen auf unserer Website
Entstehungsgeschichte
Am Ende des 19. Jahrhunderts soll dem damals bekannten Kunstradfahrer Nick Kaufmann ein kleiner Hund vors Rad gelaufen sein.
Um sich den Sturz und dem Tier eine Verletzung zu ersparen, beförderte er ihn sanft mit dem Vorderrad zur Seite. Daraus entstand
die Idee des Radballs.
Diese Art und Weise einen Gegenstand zu befördern zeigte Kaufmann am 14. September 1883 gemeinsam mit John Featherly, einem
anderen Kunstradfahrer, der Öffentlichkeit in Rochester. Anstatt eines Hundes nahmen sie einen Polo-Ball. Gespielt wurde dabei auf
einer Art Hochrad, dem American-Star-Bicycle.
In Amerika wurde die Sportart unter den Kunstradfahrern schnell populär und sie kam auch bald nach Europa. Dort waren offiziell die
beiden Berliner Kunstradfahrer Paul und Otto Lüders die ersten beiden Radballspieler, die Radball am 10. März 1901 der deutschen
Öffentlichkeit vorstellten.
2er-Radball
Das Spielfeld für 2er-Radball
Es spielen immer zwei Mannschaften gegeneinander, wobei jede Mannschaft aus zwei Spielern besteht. Die Spielzeit beträgt je nach
Altersklasse 2 mal 5 Minuten bei den Schülern (U11), (U13), (U15) und (U17), 2 mal 6 Minuten bei den Junioren (U19) und 2 mal 7
Minuten bei den Erwachsenen.
Gespielt wird mit einem Ball, der einen Durchmesser von 17 bis 18 cm hat und 500 bis 600 g schwer ist. Gefüllt ist er in der Regel mit
Rosshaar oder Rehhaaren. Das Spielfeld muss bei offiziellen internationalen Wettkämpfen 14 mal 11 m messen, kann aber bei
nationalen Wettkämpfen in beide Richtungen um max. 2 m verkleinert werden. Es ist mit einer 30 cm hohen schrägen Bande
umgeben. Vor den 2 mal 2 m großen Toren befindet sich der halbkreisförmige Strafraum mit 2 m Radius.
Es gibt feste Spielregeln. Man darf z. B. den Ball nicht spielen, solange nicht alle vier Extremitäten am Lenker bzw. auf den Pedalen
sind. Nur dem Spieler im Tor ist das Halten der Torschüsse mit den Händen erlaubt, sofern er sich im Strafraum befindet und beide
Füße auf dem Pedal sind. Wenn der Torhüter den Ball fängt, darf er den Ball jedoch nicht über die 4-Meter-Linie werfen. Es darf
immer nur ein Spieler im eigenen Strafraum verteidigen.
Berührt ein Spieler während des Spieles den Boden oder lehnt sich z. B. am Pfosten an oder fährt hinter das gegnerische Tor, so ist er
nicht mehr spielberechtigt. Er muss erst die verlängerte Torlinie seines eigenen Tores überfahren, um wieder den Ball berühren zu
dürfen (das nennt man "Schlag" holen). Missachtet er diese Regel, wird der Verstoß im Feld mit einem Freistoß, im eigenen Strafraum
mit einem 4-m-Strafschlag geahndet. Einen 4-Meter-Strafstoß kann es auch nach groben Foulspielen, beim Spielen des Balles mit der
Hand außerhalb des 2-Meterkreises oder nach einem Abtreten und Weiterfahren nach zwei Metern geben. Befinden sich zwei Spieler
des eigenen Teams im eigenen Strafraum (Kreis), gibt es ebenfalls 4 m. Wer im gegnerischen Strafraum ohne Ball auftaucht, bekommt
einen Freistoß gegen sich. Genauso ist es, wenn sich zwei Spieler einer Mannschaft im gegnerischen Strafraum befinden. Außerdem
müssen knöchelhohe Schuhe und Stutzen (Kleidung) getragen werden und innerhalb des eigenen Teams müssen die gleichen Trikots
getragen werden.
Spezialfahrrad
Das für diesen Sport modifizierte Fahrrad mit 22, 24 oder 26 Zoll Felgengröße
ist durch seine 1:1-Übersetzung auf die starre Nabe, den speziellen Lenker und
eine lange waagerechte Sattelstütze gekennzeichnet. Die starre Übersetzung
der Trittbewegungen auf das Hinterrad ermöglichen das Rückwärtsfahren und
das Stehen im Tor. Der schmale Sattel liegt etwa 10 cm über dem Hinterrad,
mit seiner Spitze dabei über der Hinterradachse und verläuft waagerecht
weiter nach hinten. Hinten am Sattel sitzt ein Radballer nur kurz zum
Ausruhen, sonst eher nur andeutungsweise auf der eventuell verdickt
ausgeführten Sattelstütze. Für vorwärtsbeschleunigenden Antritt bleibt der
Radballer tief und zieht sich nahe zu den hohen Lenkergriffholmen nach vorne,
um das Vorderrad am Boden zu halten. Der Lenker bildet ein 30 bis 35 cm
schmales senkrecht stehendes "U", dessen obere Schenkelhälften mit einem
Knick um 45° schräg nach vorne laufen. Sitzend wird das U unter dem Knick
gehalten, stehend darüber, sowohl vorne als auch hinten wird über den Ball
gesprungen, gespielt wird er vor allem mit dem unteren hinteren Teil des
Vorderrades. Ein Radballrad kostet 1500 bis 2500 €.
Ball
Der runde Ball ist etwa 600 g schwer und besteht im Kern aus Elch- oder Rosshaar und springt daher fast nicht. Er ist mit
hellem Stoff überzogen und trägt aufgenäht drei breite textile Bandagen, meridional über Kreuz. Im Spiel erreicht er bis zu
70 km/h und kann blaue Flecken verursachen, im Extremfall kann er sogar 90 km/h schnell geschossen werden.
Spielarten
•
2er-Radball
•
2er-Radball (zwei Spieler je Team auf einem Spielfeld mit der Größe 11 × 14 m)
•
5er-Radball (fünf Spieler je Team auf der Größe eines Handballfeldes)
•
Rasenradball (jeweils sechs Spieler auf einem Fußballhalbfeld mit einem Fußball)
Es entwickelten sich zuerst zwei Arten des Radballs. 2er-Radball in der Halle und 6er-Radball auf dem Rasen. (In Deutschland wurde in
den 1920er und 1930er Jahren auch 3er-Radball in der Halle gespielt). 1930 wurden die ersten Weltmeisterschaften veranstaltet. Der
Anstoß dazu kam aus Deutschland, das auch den ersten Titel im 2er-Radball gewann. Im 6er-Radball dagegen triumphierten die
Franzosen im Finale über die Deutschen.
Das 5er-Radball entstand in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts als Ausgleich zu den normalen Trainingseinheiten im 2er-
Radball während C-Nationalkaderlehrgängen in Deutschland. Als Vorbild diente das damals beliebte 6er-Rasenradball. Die neue
Spielform in der Halle wurde bald darauf sehr populär und wird auch heute im Wechsel mit der 2er-Saison gespielt.
Quelle: www.wikipedia.de