© RV Großheubach E. Wolf 2012
RV “All Heil” 1903 Großheubach
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Disziplinen
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Einer-Kunstradfahren der Männer oder Frauen
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Zweier-Kunstradfahren der Frauen und offene Klasse
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Vierer-Kunstradfahren der Männer oder Frauen
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Sechser-Kunstradfahren der Männer oder Frauen
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Vierer-Einradfahren der Männer oder Frauen
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Sechser-Einradfahren der Männer oder Frauen
In den Disziplinen 1er und 2er Kunstradsport der Männer bzw. Frauen werden Weltmeistertitel und im Juniorenbereich
Europameistertitel vergeben. Darüber hinaus werden in Deutschland, der qualitativen und quantitativen Hochburg des Kunstradsports,
nationale Meisterschaften im 4er und 6er Kunstradfahren der Männer und Frauen bzw. im 4er und 6er Einradfahren der Männer und
Frauen ausgetragen. Die Meisterschaften werden auf Kreis-, Bezirks-, Landes- und Bundesebene , in den Kategorien Elite (Männer und
Frauen), Junioren/Jugend (männlich/weiblich) sowie Schüler und Schülerinnen ausgetragen.
Beim Einer-Kunstradfahren werden Übungen auf einem Spezialrad gezeigt. Hierbei werden 30 Übungen in fünf Minuten gezeigt. Diese
Übungen können einfache Grundelemente (z. B. rückwärts fahren, Stillstand, …), statische Stände (z. B. auf Sattel und Lenker), statisch
turnerische Elemente (z. B. Handstände, Stützwaagen, Vorhebehalten oder Stützgrätschen), Steiger (Übungen, bei denen nur auf dem
Hinterrad gefahren wird), Drehungen (= Pirouetten) (z. B. in einer Steigerposition auf dem Hinterrad), Übergänge (= translatorische
Elemente) (von einer Steigerposition zur anderen), translatorische Rotationen (z. B. Lenkerstanddrehung (über der Achse des
Vorderrades), Drehsprung (um das Vorderrad)), Sprünge und Hocken (z. B. Sprung vom Sattelstand zum Lenkerstand) sein.
Im Zweier-Kunstradfahren besteht die Kür aus zwei Teilen. In einem Teil (meist der erste) fahren zwei Sportler/innen auf zwei Rädern,
überwiegend mit Griffverbindung, Übungen, die auch aus dem Einer-Kunstradfahren bekannt sind (z. B. Steiger). Einige Übungen
werden dabei aber auch einzeln synchron präsentiert. In dem anderen Teil nutzen die Sportler gemeinsam ein Rad; hierbei können
ebenfalls gemeinsam Stände (z. B. einer steht auf dem Sattel, der andere auf dem Lenker) gezeigt werden, es kommen jedoch
sogenannte „Trageübungen“ (Einer fährt bekannte Steigerpositionen, der andere sitzt oder steht auf den Schultern) hinzu. Seit 2008
wird diese Disziplin bei Meisterschaften auch gemischt (Männlich/Weiblich) gefahren.
Beim Vierer- und Sechser-Kunstradfahren nutzt jeder Sportler sein eigenes Rad. Es werden keine dem Turnen verwandte Übungen
gezeigt, sondern verschiedene Figuren möglichst synchron gefahren. Diese können entweder Niederrad (beide Räder haben Kontakt
zum Boden) oder im Steiger (Vorderrad hat keinen Kontakt zum Boden) jeweils vorwärts oder rückwärts gefahren werden. In der Elite
und bei den Junioren werden hierbei 25 Übungen in fünf Minuten gezeigt.
Das Vierer- und Sechser-Einradfahren ist ab 2008 keine internationale Disziplin mehr. In Deutschland wird Einradfahren weiterhin wie
das Vierer- und Sechser-Kunstradfahren gezeigt.
In allen Disziplinen ist Deutschland absoluter Favorit. International um die vorderen Plätze kämpfen aber auch stets Österreich,
Tschechien, Schweiz, Frankreich und immer mehr auch China. Die Hochburgen innerhalb Deutschlands befinden sich in Württemberg,
im Rhein-Main-Gebiet und in Bayern.
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Quelle: www.wikipedia.de
Das Kunstrad
Das Kunstrad, auch „Kunstfahrmaschine“ genannt, ist ein
handgefertigtes Personenrad. Es ist mit Spezialreifen ausgestattet,
was eine sichere Bodenhaftung auf ebener Fläche, z. B. Hallenboden
oder Holzparkett, garantiert. Eine starre 1:1-Übersetzung ermöglicht
schnelles Anfahren und Bremsen, außerdem ist durch den Starrlauf
auch rückwärtsfahren möglich. Lenker und Sattel sind so beschaffen,
dass man mit Gymnastikschuhen auf ihnen stehen kann. Die
Lenkerholme müssen abgerundet oder durch Griffe geschlossen sein.
Der Sattel muss fabrikmäßig hergestellt sein. Er darf eine Länge von
maximal 300 mm, eine Breite von maximal 220 mm, und eine größte
unbelastete Durchbiegung von 60 mm aufweisen. Die Kurbeln
müssen von Mitte Tretlager bis Mitte Pedalachse eine Länge von
130–170 mm haben. Des Weiteren gibt es als Auftritte Dorne mit
einer Maximallänge von 50 mm, welche beidseitig an den Achsen
der Laufräder angebracht sind und mehr Übungen im Einer- und
Zweierkunstradfahren ermöglichen. Verkehrssicher im Sinne der Straßenverkehrsordnung ist ein Kunstrad nicht. Üblicher Gebrauch auf
Straßen würde das Rad zudem beschädigen, da es für den Betrieb auf ebenen Flächen ausgelegt ist.
Die Sportbekleidung besteht neben den rutschfesten Gymnastikschläppchen in der Regel aus einer festen Gymnastikhose (Leggings) und
einem Trikot. Im Mannschaftssport muss die Mannschaft einheitlich gekleidet sein. In allen Disziplinen muss vor Wettkampfbeginn eine
sportliche Präsentation erfolgen, eine Kürmusik ist erwünscht.
Regeln
Die Fahrfläche ist in der Regel ein Hallenboden aus Holz oder Linodur
und muss bei internationalen Wettkämpfen 11 m × 14 m groß sein.
Sie wird durch Seitenlinien begrenzt, diese dürfen nicht überfahren
werden. An beiden Kreisen sind (nach dem aktuellen Reglement)
jeweils 4 senkrechte Striche, die im gleichen Abstand sind. Um den
Mittelpunkt (Kreis mit 0,5 m Durchmesser) sind zwei Kreise mit einem
Durchmesser von 4 m und 8 m aufgezeichnet. Eine Übung muss
normalerweise eine Halbe Runde, eine Runde, ein S oder eine 8 (=
Wechselrunde) lang gezeigt werden. Bei der halben Runde bzw.
normalen Runde muss man außerhalb des Vier-Meter-Kreises fahren.
Bei einer Wechselrunde muss zweimal über den Mittelpunkt gefahren
werden, und die beiden Schleifen müssen über den Acht-Meter-Kreis
führen. Das S ist eine halbe 8, folglich muss der Mittelpunkt nur
einmal getroffen werden.
Bei Sprüngen, Übergängen und Hocken ist nicht vorgeschrieben, wo
man sie ausführt.
Alle Übungen im Kunstradfahren werden aus einem international
geltenden Reglement ausgewählt. Sie müssen für die Kür vorausgewählt und bei der Jury mithilfe standardisierter Formulare eingereicht
werden, den Wertungsbögen. Jede Übung hat einen Punktwert, welcher die Schwierigkeit der Übung berücksichtigt. Die Summe aller
Schwierigkeiten bezeichnet die aufgestellte Schwierigkeitspunktzahl im Wertungsbogen.
Dies ist der Ausgangswert für einen Wettkampf. Wird der so vorgegebene Ablauf der Kür nicht eingehalten, gibt es Abzüge. Für die
Abzüge ist die Jury verantwortlich. Eine Jury besteht aus einer Jury mit zwei bis drei Wertungsrichtern als Ansager (Wertung) und zwei
bis drei Wertungsrichtern als Schreiber. Diese bewerten fortlaufend die Kür.
Die Kür selbst läuft nach strengen Vorgaben ab. Betreten der Fahrfläche, Begrüßung der Zuschauer durch Knicks oder Verbeugung,
Einnahme der Startposition. Dann signalisiert der Sportler oder der Kommandogeber der Mannschaft durch das Signalwort „Start“ an
den Zeitnehmer (ein Mitglied der Jury) den Beginn der Kür. Hierbei setzt auch die Musik ein. Ab jetzt muss binnen fünf Minuten das
Programm absolviert werden. Unterbrechungen der Zeitnahme gibt es nur in absoluten Ausnahmefällen, z. B. bei technischen
Problemen mit dem Rad oder bei Verletzungen des Sportlers.
Es gibt Abzüge bei der Schwierigkeit:
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wenn die Übung nicht die komplette Wegstrecke gezeigt wird
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bei Nichteinhalten der Reihenfolge
•
wenn die Übung nicht korrekt ausgeführt wird
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bei Zeitüberschreitung
Weiterhin gibt es Abzüge für die Ausführung:
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bei sichtbaren Unsicherheiten (Haltung, Fahrstil, unregelmäßiger Tritt, Streckfehler, …)
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bei unsauberer Ausführung
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bei Überfahren der Flächenbegrenzung
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bei unkorrektem Abgang vom Rad (Fallenlassen des Rades am Ende der Kür)
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bei Stürzen und kurzen Bodenberührungen (Tipper)
Der Trainer darf während der ganzen Kür die sogenannte Coaching-Zone nicht verlassen. Dies spielt besonders beim Radwechsel im
Zweier (von zwei Rädern auf eines) eine Rolle, da die Sportler das überflüssige Rad zum Trainer transportieren müssen.
Die internationalen Regeln werden von der Union Cycliste International (UCI) aufgestellt.[1] Der UCI gehören die nationalen
Radsportverbände an.